Eine Königin für die Alaunstraße

Eine Königin für die Alaunstraße

Seit Montag empfängt die “Königin” auf der Alaunstraße ihre Besucher. In der Nummer 41, einst wurden hier bequeme Schuhe verkauft, haben Bin Gameel und sein Team ein knappes Jahr lang gründlich umgebaut: orientalische Leuchter, ein riesiger Tresen, schwere Vorhänge und aufwändige Wandreliefs. Bin Gameel, der von allen nur kurz Ben genannt wird, begrüßt mich und führt mich herum. Der Name des Cafés ist ein Verweis auf die “Königin von Saba” – eine biblischen Figur, die vor 3000 Jahren zum Hof des König Salomo in Jerusalem gereist sein soll.

Gleich neben dem Tresen prangt eine riesige Plastik. Sie zeigt einen Tempel der verlassenen jordanischen Felsenstadt Petra. Ben erklärt, hier befand sich die Hauptkreuzung der sogenannten “Weihrauchstraße” – frühe Zeugnisse einer hochentwickelten Kultur im Nahen Osten. Er selber stammt aus dem Jemen, verdient sein Geld im Hotelgewerbe. Mit der “Königin” will er der Neustadt eine kulturelle Begegnungsstätte schenken.

Im Obergeschoss hängen noch viele weitere Reliefs, alles Replika der Originale aus dem Jemen oder Jordanien. Ich fühle mich fast wie in einem Museum. Der 33-Jährige, der eigentlich mal Maschinenbau studiert hat, entdeckte vor einer Weile seine Liebe zu solchen Reliefs und hat nun einen Raum gefunden, um sie zu präsentieren. Zurzeit befindet sich die “Königin” noch im Testbetrieb, die obere Etage ist noch nicht geöffnet, das soll erst in der nächsten Woche passieren. Ben wünscht sich, dass es hier bei Kaffee, Tee und Shisha zu einem Austausch zwischen den Kulturen kommt.

Der “Königin von Saba“, die sowohl im Alten Testament als auch im Koran und in äthiopischen Legenden erwähnt wird, hat der Barock-Komponist Georg Friedrich Händel in Oratorium Solomon die Einführung in den 3. Akt gewidmet.

Wird von allen nur Ben genannt - Bar-Chef Bin Gameel.

Wird von allen nur Ben genannt – Bar-Chef Bin Gameel.